12.Feber 2020 – Galapremiere im Gartenbaukino: Die Dohnal. Ein beeindruckender, nachdenklich stimmender Film anlässlich ihres 10-jährigen Todestages.

Ich hatte eine Einladung zu dieser Filmpremiere der ich nur zu gerne folgte. Ein riesiger Publikumsandrang, viele bekannte Gesichter und Filmthemen, die auch heute noch aufzeigen, wie viele uns Frauen betreffende Alltagsthemen noch immer unerledigt  sind bzw. sogar eine massive Verschlechterung erfuhren (Arbeitszeitverkürzung versus 12 Stunden-Tag).

In allen  ihren  Funktionen hat sie weitreichende Erfolge für die Rechte der Frauen erzielt: Gründung des ersten Frauenhauses, Anrechnung von Kinderzeiten in der Pensionsreform bin hin zu der  strafrechtlichen Verfolgung der Vergewaltigung in der Ehe, um nur einige ihrer erkämpften Errungenschaften zu benennen.

Ich selbst lernte sie persönlich anlässlich des einzubringenden Initiativantrages betreffend die unter Strafe zu stellender ehelicher Vergewaltigung kennen.  Ein erstes Treffen ( die zuständige grüne Juristin war terminlich verhindert und ich wurde um Vertretung gebeten) fand in ihren Büroräumlichkeiten statt wobei mir noch heute in Erinnerung ist, dass sie ausschließlich weibliche Mitarbeiterinnen – zumindest sah ich nichts Männliches – beschäftigte. Die Atmosphäre war wohltuend und warmherzig, die dort spürbare positive Energie beeindruckend. Wir waren sechs Personen, wobei Johanna sich etwas verspätete, was dazu führte, dass ich – nichtwissend – den ihr gehörenden Sessel besetzt hatte, von dem sie mich mittels einer knappen Anweisung sofort vertrieb. Das folgende Gespräch war fachlich toll und äußerst kooperativ, sie war irgendwie Kumpel und doch nicht. Zweimal saß ich mit ihr dann noch bei Diskussionsveranstaltungen (Frauen zum Bundesheer und Arbeitszeitverkürzung) am Podium und beide Male beeindruckte mich ihr Fachwissen und ihre klare Haltung.

Am Ende dieser sehr gelungenen filmischen Biografie hatte ich das Gefühl, ein Stück Zeitgeschichte genossen zu haben. Eine gelungene Erinnerung an Johanna Dohnal, ihre Siege aber auch ihr Scheitern in manchen Bereichen. Der Film ist für uns Frauen auch ein Auftrag und ein Plädoyer, uns weiterhin  – auch kämpferisch –  für eine gleichberechtigte Zukunft in allen Bereichen des täglichen Lebens einzusetzen.

 

 

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