Ein Forschungsabend für alle Naturfreundinnen und Naturfreunde im Nationalparkhaus am Dienstag, 29. April 2014

Lesemodus, Foto anklickenErgänzend zur laufenden Ausstellung vom 12. März bis 26. Oktober 2014 „Best of Wilderer, Geschichten aus der Lobau“, fand im überfüllten Saal ein bunt gestalteter, launiger und wissenswerter Abend über Geschichte und Hintergründe der Wilderei mit BR Robert Eichert (Lokalhistoriker) und Ao.Univ.Prof. Dr. Roland Girtler (Soziologe und Kulturanthropologe) statt.

Einladung    ( zum Lesemodus Foto anklicken) 

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V. Li.: Interessiertes Publikum – BR. Robert Eichert mit Eva Hauk, Prof. Roland Girtler und Forstdirektor DI Andreas Januskovecz

Schon der ästhetisch und atmosphärisch ansprechende Ort ist ein Vergnügen und stimmig – und dann noch diese gut vorbereitete, mehr als sehenswerte Veranstaltung – gespickt mit interessanten Details.

                   

Gleich zu Beginn Aktionismus pur: Einer der beiden Vortragenden, BR Eichert, lieferte vermummt eine anschauliche Wilderer-Einführung: „Auf der Pirsch und hungrig, suchte und fand er illegale Nahrung – ein Huhn!“

Weiter ging es mit dem Leben der Wilderer in der Lobau von anno dazumal, wobei der Bezirkshistoriker Eichert dem zweiten Vortragenden, Univ. Prof. Roland Girtler, in einem wohl launigen, aber äußerst gelungenen Rede und Antwortspiel viel über den Mythos der Wilderei entlockte.

Die Geschichte der Wilderei, inklusive praktiziertem Ehrenkodex, ist über tausend Jahre alt und deren Hintergrund ist auch eine Geschichte der Not.

Die Romantisierung der Wildschützen ist (wie heute noch in manchen Gebirgsgegenden) auf eine Kultur bäuerlichen Rebellentums zurückzuführen, zumal der Adel den Wald und die Jagd auf Kosten der Bauern für sich alleine beanspruchte. Sie, die Wilderer, bestachen nicht nur durch Mut und bergsteigerisches Können, sondern waren auch ausgezeichnete Schützen.

Um ein Essen auf den Mittagstisch zu bringen, mussten sie beim ersten Schuss treffen, sonst wurden sie erwischt und die Familie blieb hungrig. Sie genossen allerdings nicht nur bei den Unterprivilegierten hohes Ansehen, sondern auch bei den sogenannten „braven Bürger_innen. Als Helden und Widerstandskämpfer gegen eine „privilegierte Oberschicht“!

Anschließend gab es eine kurze Diskussion und bei einem kleinen Buffet wurde noch viel über den Forschungsabend mit den beiden ausgezeichneten Vortragenden diskutiert.

Wilderer in der Lobau: Text von Robert Eichert     und  zur   laufenden Ausstellung

 

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