Heute, Sonntag 14. Dezember 2014, ist es soweit – die Station der S80, Lobau, ist Vergangenheit – ein Weihnachtsgeschenk der ÖBB, welches nicht widerstandslos hingenommen werden kann.

Bei der gestern, Samstag 13.12. , stattgefundenen beeindruckenden Demonstration wurde nicht nur die Rücknahme dieser nicht hinnehmbaren Schließung verlangt, sondern auch die Politik umgehendst zum Handeln aufgefordert.

S80 Demo 2Nicht nur die unmittelbar Betroffenen, die Anrainer und Anrainerinnen, fanden sich pünktlich um 11 Uhr am Treffpunkt ein, sondern Menschen aus vielen Bezirken Wiens protestierten gegen die unfassbare Vorgangsweise der ÖBB. Unfassbar auch deshalb, da bereits seit vielen Jahren Verhandlungen mit den Verantwortlichen liefen, Veranstaltungen mit den ÖBB stattfanden,  die schlussendlich in einem Mediationsverfahren mit der BI S 80 mündeten. Das war, wie die jetzige Schließung zeigt, reine Beschäftigungs- und Beruhigungstherapie für aufmüpfige, rebellische BürgerInnen,   die Vernünftiges verlangten.

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2010 1. Zeile:  Protestkundgebung Station Lobau, vor dem Bezirksamt , Picknick mit N.Scheed- organisiert von der BI S80.  2.Zeile: BI S80 Protest vor dem Bez.Amt, 2014: Beide Fotos von der Protestkundgebung

Die Argumente seitens der Bundesbahnen sind altbekannt.  Zu wenig Auslastung der Station Lobau: Klar, wenn eine Station mit Absicht immer unattraktiver angeboten wird, wird sie auch nur bedingt  benützt. Ein altbekanntes Argument auch deshalb, da die gleiche Begründung   vor der Schließung von Buslinien und Nebenbahnen österreichweit Verwendung findet. Lächerlich die Aussage, die Station Lobau sei zu kurz konzipiert für anhaltende Züge bzw. ein- und aussteigende Personen. Eine reine Frage der Logistik, das Aus- und Einsteigen könnte auf vordere Waggons oder auf die vorderen Türen  beschränkt werden.

Die Jubelmeldung, es gäbe durch die Eröffnung der U2 Station Stadlau einen vollwertigen Ersatz kann nur als Verhöhnung bezeichnet werden. Von der U2 Station geht es auf unbeleuchteten Wegen und Straßen ohne Gehsteige ca 2,5 km dahin – eine Freude für junge/ältere Frauen und Kinder in der Dunkelheit und die Frage, wie diese Strecke von gehbehinderten Menschen geschafft werden kann, blieb bislang unbeantwortet. Ein letzter Ausweg speziell für die AnrainerInnen ist dann das Auto, auch für jene, die bislang aus Umweltgründen darauf verzichteten – Klimaschutz nach ÖBB-Art.

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        Ende der Demo bei Tee, Punsch,  Musik. Ein  schöner Abschluss mit viel Spirit,  Gesprächen  und Ideen

Seitens der Politik wird immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig die Benützung der Öffis sei und auch darauf, dass Wien eine Vorreiterrolle spielen möchte und werde. Eine Station, die nahe einem sehr schönen und beliebten Erholungsgebiet der Wiener und WienerInnen liegt und –  bei einem attraktiven Angebot –  bestimmt begeistert angenommen  würde, einfach zu eliminieren, entspricht in keinster Weise dieser Vorgabe.

BI Rettet die Lobau zur Stationsschließung von Jutta Matysek
 Weitere Fotos von Mario Sedlak
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Ein Kommentar zu Heute, Sonntag 14. Dezember 2014, ist es soweit – die Station der S80, Lobau, ist Vergangenheit – ein Weihnachtsgeschenk der ÖBB, welches nicht widerstandslos hingenommen werden kann.

  1. Danke für diesen wunderbaren Artikel! Wir sind zutiefst empört über die Vorgehensweise der ÖBB- Unsere Kinder haben heute beraten, wie sie nun wohl zur Schule kommen- unser Sohn muss nun 3x umsteigen, um zum Hauptbahnhof und von dort täglich nach Eisenstadt zur Schule zu kommen. Unsere Tochter muss ebenso 3x umsteigen, um zum Hauptbahnhof und von dort in die im 4. Bezirk liegende Schule zu kommen, ausserdem braucht sie nun 30 Minuten länger. Auch mein Mann arbeitet im 4. Bezirk und fährt nun 30 Minuten länger, also eine Stunde länger täglich.
    Wir werden weiter kämpfen und nicht locker lassen, bis wir unsere Station Lobau wieder haben! Die Hinhaltetaktik und das unehrliche Vorgehen der ÖBB haben wir lange genug erduldet- nun werden wir intensiv agieren!

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