Die Pflanzenwelt rund um die Seestadt Aspern. Eine Exkursion mit Prof. Wolfgang Adler am 8. Oktober 2016

Ein weiterer interessanter Nachmittag – organisiert vom Wiener Naturschutzbund – der zeigte, wie sich die Natur überall dort wo man sie lässt  durchsetzt! “Ich war über den Naturreichtum, der doch nach relativ kurzer Zeit dort entstand, schlichtweg begeistert“, so Robert Eichert, Mitglied unseres Vereins „Zukunft Wienerwald Nordost“  und Bezirkshistoriker.

Eindrücke und Text von Prof. Adler: „Das Gebiet des Seestadt-Teiches wurde vorher vom Flugplatz Aspern eingenommen. Ich erinnere mich noch gut an die endlosen, holprigen Betonplatten. Bei den Flugplatzrennen waren sie gefürchtet.

Bei der Gestaltung des Teichgeländes wurde kein fremdes Saatgut eingebracht. Mit Bäumen bepflanzt wurde nur die Fläche zu den Häusern. Die Besiedlung der freien Schotterflächen wurde ganz der Natur überlassen. Zum Glück befinden sich um die Seestadt große naturbelassene Flächen (Bahnhof Breitenlee, Lobau) die als Samenreservoir dienen können. Auf Grund der Versiegelung des Schotterbodens durch die Betonplatten waren hier ja keine Samen im Boden. Es ist nun faszinierend, zu beobachten, wie schnell sich der Schotterboden wieder bewachsen hat. Und noch dazu ausnehmend artenreich! Im Oktober wurden bei der kurzen Exkursion 100 Arten, zum Teil recht seltene, festgestellt.

Bei einer über das ganze Jahr gehenden Pflanzenaufnahme kämen viel mehr Arten zusammen. Die Diversität ist gewaltig. Vorbildlich bleiben die Fruchtstände stehen, dienen so Vögeln als Nahrung und können auch weitere Flächen mit Samen versorgen. Das Gebiet um den Seestadt-Teich ist so ein wesentlicher Beitrag zur Bio-Diversität“!

Anmerkung: Bei der ersten Präsentation des neuen Stadtteils im Jahr 2011  hatten wir  – die ehemaligen Donaustädter Grünen – einige Bedenken. Wir fürchteten eine gewisse Abgeschottenheit, ein nicht verkraftbares Verkehrsaufkommen, ein steriles reines Schlaf-Wohngebiet vergleichbar mit der Uno-City und dergleichen mehr. Heftigen Protest legten wir schon von Beginn an gegen das Badeverbot am geplanten Teich ein, was nach einigen weiteren Besprechungen rückgenommen wurde.

Heute, obwohl nicht mehr in politischer Funktion* verantwortlich,  freuen wir uns darüber, dass diese Befürchtungen nicht eintraten. Im Gegenteil, ein neuer Stadtteil mit hoher Wohnqualität ist im Entstehen.

* Viele der damaligen bzw. ausgetretenen Grün-FunktionärInnen  und AktivistInnen haben  sich zum Verein „Zukunft Wienerwald-Nordost“ zusammen geschlossen.

 

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